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Projektpräsentation der Elektroniker für Betriebstechnik und Industrieelektriker – Klassen AB51 und AB52
Praxisnah lernen, selbstständig organisieren und gemeinsam Lösungen entwickeln: Mit der diesjährigen Projektpräsentation haben die Auszubildenden der Elektroniker für Betriebstechnik und der Industrieelektriker erneut gezeigt, wie erfolgreich theoretisches Wissen und praktische Anwendung miteinander verbunden werden können.
Die Idee, bereits in der Unterstufe ein umfassendes Projekt durchzuführen, entstand im Arbeitskreis der industriellen Elektroberufe. Ziel ist es, die Auszubildenden frühzeitig auf den ersten Teil der gestreckten Abschlussprüfung vorzubereiten, der bereits nach etwa 18 Monaten Ausbildungszeit stattfindet. Gleichzeitig werden Eigenverantwortung, Organisationsfähigkeit und Teamarbeit gezielt gefördert.
Verwendet werden ausschließlich Bauteile und Betriebsmittel, die auch in der Abschlussprüfung zum Einsatz kommen. Die Auszubildenden kümmern sich selbstständig um deren Beschaffung in ihren Ausbildungsbetrieben. Auf diese Weise lernen sie die prüfungsrelevanten Komponenten frühzeitig kennen und sammeln wertvolle Erfahrungen im Umgang mit ihnen. Zusätzliche Kosten entstehen für die Betriebe in der Regel nicht, da die benötigten Betriebsmittel ohnehin für die Prüfungen vorhanden sein müssen.
Seit 2009 ist das Unterstufenprojekt – mit einer dreijährigen Unterbrechung während der Corona-Pandemie – ein fester Bestandteil der Ausbildung am Berufskolleg Technik. Es beginnt üblicherweise im März und endet im Juli mit der Präsentation der Ergebnisse.
Zu Beginn erarbeiten die Auszubildenden die notwendigen theoretischen Grundlagen im Unterricht. Anschließend erstellen sie die benötigten Schaltpläne zunächst handschriftlich und später mithilfe eines CAD-Programms. Parallel dazu organisieren sie eigenverantwortlich die erforderlichen Bauteile und Materialien in ihren Ausbildungsbetrieben.
Innerhalb eines Zeitfensters von etwa fünf Wochen werden die entwickelten Schaltungen aufgebaut und anschließend messtechnisch überprüft. Darüber hinaus fertigen die Auszubildenden eine umfangreiche Projektdokumentation an.
Am Präsentationstag werden die fertigen Anlagen und Dokumentationen von Lehrkräften und Ausbildern begutachtet. Viele der Beteiligten gehören zugleich den Prüfungsausschüssen an. Dadurch erhalten die Auszubildenden bereits frühzeitig einen realistischen Einblick in zukünftige Prüfungssituationen.
Auch Teamarbeit spielt eine wichtige Rolle: Jeder Schüler und jede Schülerin trägt einen eigenen Teil zur gemeinsamen Präsentation bei. Die einzelnen Beiträge werden anschließend von einer kleineren Gruppe zu einer vollständigen Präsentation zusammengeführt. Selbst der äußere Rahmen der Veranstaltung wird mit Unterstützung des Lehrerteams von den Auszubildenden gestaltet. Dazu gehört auch die Bewirtung der Gäste, bei der ebenfalls Organisation, Verantwortung und Zusammenarbeit gefragt sind.
Die diesjährige Aufgabe: Steuerung einer Kabelwickelmaschine
In diesem Jahr bestand die Aufgabe darin, eine Steuerung für eine Kabelwickelmaschine zu entwickeln.
Zunächst musste ein Spulenkörper in die richtige Position gebracht und sicher fixiert werden. Auf Knopfdruck startete anschließend der Wickelvorgang: Die Spule begann sich zu drehen, während sich die Kabelführung bis zur unteren Endlage bewegte. Dort angekommen, wechselte die Kabelführung ihre Bewegungsrichtung und fuhr zurück bis zur oberen Endlage. Danach war der Wickelvorgang beendet und der Spulenkörper konnte gelöst und entnommen werden.
Die überwiegend sehr guten Ergebnisse und die positive Resonanz auf die Projekte der vergangenen Jahre zeigen, welchen hohen Stellenwert das Unterstufenprojekt mittlerweile besitzt. Gleichzeitig ist es ein gelungenes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieben und damit für gelebte Lernortkooperation in der dualen Ausbildung.